Kommt’s auf ’d Schmelz

Am Mittwoch, dem 28. September, lud Hedy Slunecko-Kaderka – wie alle Jahre – wieder ins Schutzhaus "Zukunft auf der Schmelz" und zu einem hochkarätig besetzten Wienderlied-Abend.
     

Alle Fotos: daswienerlied.at

     
"Wienerisches und mehr", so lautet das Motto der jährlichen Wienerlied-Veranstaltung von Hedy Slunecko-Kaderka, die sie – im Gedenken an Ihren Vater Josef "Pepi" Kaderka, im Schutzhaus "Zukunft auf der Schmelz" ausrichtet. Dabei ist sie, mit Erfolg, bemüht, ein möglichst breites Spektrum des Wienerliedes und damit verbunden künstlerische Vielfalt zu bieten. Es gibt wenige Gelegenheiten, zu denen eine so große Anzahl an Interpreten auftritt. Wir nutzen daher die Gelegenheit, Ihnen in wenigen Worten die einzelnen Künstlerinnen und Künstler – in der Reihenfolge ihrer Auftritte – vorzustellen.
 
Den Anfang machte Wolfgang Kahler. Er singt aus Liebe zum Wienerlied und gibt auf der Schmelz auch seinen eigenen Wienerlied-Abende, die er hauptsächlich auch selbst bestreitet und zwischendurch auch immer wieder lustige Einlagen auf Lager hat.

Ihm folgten Erich und Marion Zib. Er war ursprünglich Kaufmann, bevor er sein Hobby, die Wienermusik, zum Beruf gemacht hat. Seit 1995 ist er Berufsmusiker und mit der Wienermusik sehr erfolgreich auf allen Kontinenten unterwegs. Seit 2003 gestaltet, produziert und moderiert er die Radiosendung „Ein Gruß aus Wien“, die weltweit ausgestrahlt wird. Oft tritt er gemeinsam mit seiner Tochter Marion auf, die singt und die Kontragitarre spielt. An diesem Abend, wenn auch nicht zum ersten Mal, traten die beiden auch gemeinsam mit Andreas Gsöllpointner auf, der seit seinem 8. Lebensjahr ernsthaft Zither lernte. Er hatte vorerst Unterricht bei seinem Vater, dann an der Landesmusikschule Garsten. Später entdeckte er die „Münchner Stimmung“ – eine andere Möglichkeit der Zitherbesaitung. 1996 schloß er sein Musikstudium am Brucknerkonservatorium Linz mit Erfolg ab und arbeitet seither als Musiklehrer und Solist

Gerhard Heger, die „Stimme Wiens“, hat als außerordentlicher Hörer sein Studium für Gesang und Oper an Hochschule und Konservatorium in Wien mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Daraufhin trat er als Sänger in mehreren Häusern auf. Seit 15 Jahren ist der Komponist und Autor als Wienerliedinterpret bekannt und gestaltet eigene Abende im „Café Schmid Hansl“. Er schloß den ersten Programmteil dieses Abends.
 

     
Den zweiten Teil des Abends eröffnete Terumi Shima. Sie wurde in Tokio geboren, wo sie auch ihr Gesangstudium begann; danach übersiedelte sie nach Wien, wo sie am Konservatorium der Stadt Wien Opernausbildung, Gesangspädagogik und Alte Musik studiert. Sie hat bei einigen Operetten und Wienerlied-Wettbewerben schon viele Preise gewonnen. Auftritte in Radio- und Fernsehsendern in Österreich, Frankreich, Australien und den USA. Sie übergab die Bühne an

Peter Rosen, der bereits mit 17 Jahren als Lyrischer Bariton für Oper und Operette auftrat. Seit 30 Jahren ist er mit vielen Engagements im gesamtem deutschsprachigen Raum unterwegs. Erst wenige Tage zuvor war er mit Birgit Sarata und den Malat Schrammeln im Rahmen von „Saratas Musiksonntage“ zu hören gewesen..

Mit großer Freude begrüßte das Publikum dann Prof. Marika Sobotka, die trotz Rekonvaleszenz und ziemlich großer Schmerzen mit einem gewohnt freundlichen Lächeln die Bühne betrat. Die in Thessaloniki geborene Solokünstlerin legt ihr südländisches Temperament in ihre Musik. Ihr Repertoire reicht von der Operette, sie ist über zehn Jahre mit Prof. Eduard Macku in verschiedenen Operetten aufgetreten, bis zum Wienerlied, das sie über Jahre hindurch als „Duo Sobotka“ repräsentierte. Und zwar gemeinsam mit ihrem ersten Mann, Herbert Sobotka, mit dem sie auch heute noch bisweilen als Gesangsduo auftritt. Er ist seit 25 Jahren ehrenamtlicher Präsident des Kulturvereins Donaustadt und spielt begeistert Akkordeon und Orgel.

Zum Abschluß des zweiten Teiles trat dann Prof. Walter Heider, der „Grand Seigneur“ des Wienerliedes auf. Er ist in Wien geboren und hat 1967 einen Nachwuchswettbewerb für Sänger gewonnen. Das eröffnete ihm den Weg in die Öffentlichkeit. 1978 übernahm er die Präsidentschaft der Vereinigung „Das Wiener Lied“, moderierte im Radio Wien von 1989 bis 1992 die Sendung „Wiener Ringelspiel“ und wirkt er bei der TV-Sendung „Echt Wienerisch“ federführend mit.


Nun kommen wir zu jenen drei Musikern, die zwei Drittel des Abends ununterbrochen "drankamen", wie es so schön heißt: Herbert Schöndorfer, Barbara Konrad und Rudi Koschelu hatten alle oben genannten Künstler (mit Ausnahme von Erich und Marion Zib und Andreas Gsöllpointner) begleitet. Mit sieben Jahren begann Herbert Schöndorfer bei seinem Vater das Akkordeonspiel zu lernen, mit zehn bekam er seine erste Trompete und nervte damit lautstark seine Nachbarschaft, mit 14 spielte er in den verschiedensten Bands und seit 20 Jahren ist der vielbeschäftigte Allround-Musiker, der sich nicht gern auf eine Richtung festlegen läßt, musikalischer Begleiter vieler Wienerlied-Interpreten.

Barbara Konrad ist eine Klasse für sich! Obwohl sie in Graz geboren ist, hat man den Eindruck, sie muß mit Wiener Musik aufgewachsen sein. Seit drei Jahren ist sie Mitglied der Vienna- Schrammeln, spielt dabei virtuos den Solopart und beeindruckt auch durch freie Interpretation von Wienerliedern.

Rudi Koschelu schließlich ist Kontragitarrist, Komponist, Textautor, seit 30 Jahren in der Musik tätig, war früher Sänger bei diversen Bands und ist auch nach wie vor im Wienerlied tätig: im Duo, Trio, Schrammelquartett und als musikalischer Begleiter von bekannten Interpreten wie z. B. Prof. Karl Hodina, Karl Merkatz u.v.a.
     

"Stammgast" Dr. Gerhard Ginner und Hedy Slunecko-Kaderka

     
Den dritten Teil von "Kommt’s auf ’d Schmelz" hatte Hedy Slunecko-Kaderka, wie üblich, dem Wienerlied in moderner Form gewidmet, dargeboten von "Wiener Blue(s)". Die fünf Musiker liegen mit ihrer Interpretation und Bearbeitung alter und neuer Lieder aus Wien abseits der musikalischen, der musikindustriellen Gewohnheiten der Wiener Musik. Sie liegen quer zum Zeitgeist. So werden liebliche Weisen zu rhythmischen Blues, ohne den Anspruch zu verlieren, Wienerlied zu sein.
Heinz Jiras – Gesang und Harmonika
Klaus Kofler – Perkussion und Chorbassist
Fredi Tezzele – „bluesiger“ Stromgitarrist
Fredl Czech – Bass und Chorsänger
Peter Steinbach – Kazuo und Gesang

H.P.Ö., Heider Poldi Österreich, hatte die Moderation des Abends übernommen. Und er hatte es insoferne nicht gerade leicht, denn das Programm war, wie Sie eben gesehen haben, praktisch randvoll und die Zeit drängte. Er hatte also die nicht eben leichte Aufgabe, den vorgegebenen Zeitrahmen der Veranstaltung einzuhalten. Was ihm schließlich auch – beinahe – gelang.
Als Autor der Mundartdichtung und Vortragskünstler der eigenen Werke brachte H.P.Ö. Bücher und Schallplatten – natürlich auch CDs – heraus, moderierte eigene Radiosendungen und unzählige Veranstaltungen als Conferencier. Besonders viel Freude bereitet es H.P.Ö., wenn er gemeinsam mit Schwester Christl Prager und Bruder Walter als „Heider-Familie“ auftritt.

À propos Christl Prager: Am Donnerstag, dem 10. Novmeber, lädt Hedy Slunecko-Kaderka im Gedenken an den 95. Geburtstag ihres Vaters Josef "Pepi" Kaderka ein zweites Mal ins Schutzhaus "Zukunft auf der Schmelz": Christl Prager und die „Drei Old Knackers“
Helmut Reinberger, Walter Hojsa und Kurt Schaffer bieten einen Abend der Extraklasse. Also:

Donnerstag, 10. November 2005
Beginn: 20:00 Uhr – Einlaß: 19:00 Uhr – Eintritt: 15 Euro

Schutzhaus „Zukunft auf der Schmelz“
verlängerte Guntherstraße – Kleingartenanlage 1150 Wien

Reservierungen sind unbedingt erforderlich!
Kartenvorverkauf: (01) 688 13 62
Hedy Slunecko-Kaderka 0664 / 94 68 099 oder
Schutzhaus „Zukunft auf der Schmelz“ ab 16 Uhr (01) 982 01 27
     
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erstellt am 05. 10. 05